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Der Friedberger Klettersteig

Zwei kurze Klettersteige über die Rote Flüh (2108 m) und den Schartschrofen (1968 m).

Bei dem Friedberger Klettersteig in den Tannheimer Bergen handelt es sich um einen einfachen und kurzen Klettersteig. Er eignet sich sehr gut als "Testtour" für Einsteiger. Trotzdem sollte man nicht auf Klettersteigset, Hüftgurt, Brustgurt und Helm verzichten!
In den meisten Büchern wird die Tour vom Füssener Jöchl über den Schartschrofen zur Roten Flüh beschrieben. Aus meiner Sicht ist die andere Richtung zu bevorzugen, da die schwierigsten Stellen (Schartschrofen) dabei im Aufstieg bewältigt werden und sich die Tour zu einer schönen Rundtour kombinieren läßt.

Anforderung:
Bei guten Verhältnissen problemlos, aber sehr lange Tagestourvarianten.
Man ist ohne Pausen zwischen 7 und 8 Stunden auf den Beinen.


Tourenverlauf und Gehzeiten:
Nesselwängle (1136 m) - Gimpelhaus (1659 m) 1,5 Std.,
Gimpelhaus (1659 m) - Rote Flüh (2108 m) 1,5 Std.,
Rote Flüh (2108 m) - Schartschrofen (1968 m) 1,5 bis 2 Std.,
Schartschrofen (1968 m) - Gessewang Alm (1581 m) 1 Std.,
Gessewang Alm (1581 m) - Nesselwängle (1136 m) 1 bis 1,5 Std.
Gesamt: 6,5 bis 7,5 Stunden

Höhe der Klettersteige:
Judenscharte - Rote Flüh 140 m;
Gelbe Scharte - Rote Flüh 290 m;
Gelbe Scharte - Schartschrofen 150 m.

Stützpunkte:
Gimpelhaus (1659 m), privat, bew. 01.05. bis 02.11., 05675/8251
Tannheimer Hütte (1713 m)


Seit dem Bau des Friedberger Klettersteiges 1974 zählt die Überschreitung vom lifterschlossenen Füssener Jöchl über Läuferspitze, Haller Schrofen, Schartschrofen bis zur Roten Flüh zu einer sehr beliebten Unternehmung in diesem Gebiet. Auch wenn der Klettersteig aus technischer Sicht nicht atemberaubend ist, hat er sehr tolle landschaftliche Reize.

Aufstieg von Nesselwängle zur Roten Flüh:
Man parkt am westlichen Dorfende von Nesselwängle auf einem Parkplatz, der speziell für die Besucher des Gimpelhauses und der Tannheimer Hütte eingerichtet wurde (Schilder!). Direkt vom Parkplatz leitet ein schmale Teerstrasse hinauf in den Wald, wo man nach einem Gatter rechts wiederum auf einem Teersträßchen eben Richtung Nesselwängle läuft. Nach wenigen Minuten zeigt ein Wegweiser links zum Gimpelhaus. Bald gelangt man auf einen Fahrweg. Der Hüttenweg zweigt kurz vor einem kleinen Bach (beschildert) ab und führt sehr steil in Kehren durch dichten Hochwald bis zum Gimpelhaus. Der Aufstieg zur Roten Flüh führt von hier über Wiesenpfade und kleinere Waldstücke in weitem Bogen in das weite, zuletzt steile Kar. Die Scharte zwischen dem Westgrat des Gimpel und dem westlichen Felsausläufer der Roten Flüh heißt Judenscharte. Dort beginnt das kurze, harmlose Klettersteigstück hinauf zur Roten Flüh. Drahtseile und in den Fels gehauene Stufen leiten in 15 Minuten auf den flacheren, grasigen Westrücken und zur Gipfelkuppe.

Übergang Rote Flüh - Schartschrofen:
Der meist felsige, teilweise etwas ausgesetzte und nur stellenweise gesicherte Abstieg von der Roten Flüh zur Gelben Scharte und der Klettersteig von hier zum Gipfel des Schartschrofens heißt "Friedberger Klettersteig". Das Drahtseil im Südabbruch des Schartschrofen wurde 1974 angebracht und ist in einem sehr gutem Zustand. Zunächst den grasigen Westrücken hinab zur senkrechten Südwand des Gilmenkopfes, hier steigt man an Eisenklammern ein kurzes Stück über fast senkrechten Fels problemlos in eine schottrige Rinne ab. Nun ungesichert auf den schmalen, felsigen Verbindungsgrat, die luftigsten Stellen sind gesichert, die ungesicherten überschreiten niemals den I. Grad. Trotzdem erfordert der Gang über diesen Grat ein gewisses Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, da die Felswände zu beiden Seiten oft senkrecht abstürzen. Die Schlüsselstelle des Klettersteiges befindet sich am Einstieg von der Gelben Scharte hinauf zum Gipfel des Schartschrofens.

Abstieg vom Schartschrofen über Gessewang Alm nach Nesselwängle:
Vom Gipfel des Schartschrofen steigt man Richtung NW auf gutem Steig ab und gelangt nach wenigen Minuten an eine Weggabelung. Dort hält man sich links hinab zur Gessewang Alm (beschildert). Man bleibt immer auf dem Weg 413 und erreicht über Wiesen und kleine Waldstücke die Alm. Von der Alm hält man sich auf einem beschilderten Steig zum Adlerhorst und von hier auf einem breiten Forstweg zuerst bergab und dann eben zurück zum Parkplatz (Rundwanderweg Tannheimer Tal).


Download:
Tourenbeschreibung als pdf-Datei (71 KB)



Karte:

Karte Friedberger Klettersteig





Literatur:

Rother Wanderführer
Klettersteige Bayern, Vorarlberg, Tirol
ISBN 3 - 76333 - 094 - 1

AV - Führer
Tannheimer Berge
ISBN 3 - 76331 - 239 - 0

Karte Bayerisches Landesvermessungsamt
Füssen und Umgebung, Bl.10, 1 : 50 000,
ISBN 3 - 86038 - 013 - 3

Kompass Karte
Füssen Ausserfern, Bl.4, 1 : 50 000
ISBN 3 - 85491 - 006 - 1





Bei der Suche nach Infos zum Klettersteig über den Schartschrofen im Internet sind mir die Seiten von
  • Thomas Kloss
  • Jörg Beeres

  • positiv aufgefallen.
    Dort findet ihr ein paar richtig gute Bilder und Beschreibungen!



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