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Hanauer Hütte

Hüttentour in den Lechtaler Alpen

Ruhe, Einsamkeit, Berge, ...
Falls es einem danach ist, lohnt sich immer ein Besuch in den Lechtaler Alpen. Diese Gebirgsgruppe liegt immer noch abseits von den touristisch erschlossenen "berühmten" Gipfeln.
Einen guten Einblick in die Lechtaler Alpen bekommt man bei einem Aufenthalt in der Hanauer Hütte. Sie liegt mitten im Parzinn und Steinkar Gebiet, das sich mit 47 Gipfel über 2000 Meter als stolzestes Felsgerüst der Lechtaler Alpen durchaus sehen lassen kann.
Verkehrsmäßig liegt das Gebiet dank Ausbau der Bschlaber Talstraße und der Hahntennjochstraße super günstig. Zudem handelt es sich um einen leichten und einfachen Anmarsch zur Hanauer Hütte. Dagegen ist der Anstieg zur prächtig gelegenen und gut ausgebauten Steinseehütte etwas mühsamer und länger.


(Von der Hanauer Hütte aus gesehen erscheint
die Dremelspitze als fast ebenförmige Pyramide)



Hanauer Hütte (1922 m)
Bei der Hütte handelt es sich um eine Alpenvereinshütte (DAV Sektion Hanau). Die Lage der Hütte am Rande des steil ins Angerletal abfallende Parzinns wird durch die Szenerie einer der formschönsten Gipfel der Lechtaler Alpen geprägt.
Die Hütte ist von Ende Juni bis Mitte September bewirtschaftet.
Hanauer Hütte im Netz
Telefon: 0043/664/2669149

Von Boden
Leichter, bequemer Anstieg, 560 Hm, 2 Std.
Von boden zuerst über den Fundaisbach, späterüber den Angerlebach und an dessen Westufer in südlicher Richtung in das Angerletal. Am Talschluß leicht wetlich ausholend über steile Kehren zur Hütte.

Von Gramais
Weiter, aber schöner Anstieg, leicht;
Mark. 624. 1200 Hm Aufstieg zur Kogelseescharte, 580 Hm Abstieg, 5 Std.
Von Gramais in östlicher Richtung (Mark. 623) an der nördlichen Seite des Baches ansteigen. In südlicher Richtung über den Bach und in dieser Richtung weiter zum Kogelsee (2171 m) hinauf. Am östlichen Ufer entlang und in steilen Kehren zur Kogelseescharte. Hinter der Scharte in südwestlicher Richtung zu den Parzinnseen und zur Hütte.




Einzelne Gipfel, die von der Hanauer Hütte gut zu erreichen sind:

Reichspitze, 2590 m
Bei der Reichspitze handelt es sich um einen Gipfel, der das Angertal vom Fundaistal trennt. Zusätlich findet man einen ungefähr 2 Kilometer langen Grat nach Pfafflar hinunter vor. Die Gipfelbesteigung läßt sich auch schön als Rundtour von Boden aus unternehmen.
Zustieg von der Hanauer Hütte.
II, 670 Hm, 1,5 Std.
Hinauf zum Galtseitejoch und an den Gipfelaufbau heran. Der Einstieg befindet sich etas links der Gipfelfallinie. An dieser Stelle über ein schräg rechts aufwärts ziehendes Band zu einer plattigen Steilrinne mit Graspolster und über diese zum Gipfel.

Kogelseespitze, 2647 m
Dieser vielbesuchte und nicht schwierige Gipfel ist leicht zu erreichen. Man steht auf einem wahren Aussichtsgipfel, der auch als Hausberg der Hanauer Hütte betrachtet werden kann.
Zustieg von der Hanauer Hütte.
Guter Steig, 630 Hm, 1,5 Std.
Von der Hütte Richtung Süden zu den Parzinnseen ansteigen. Dort wo der Hüttenanstieg von Gramais heraufleitet zwischen den Parzinnseen links zum gufelseejoch hinauf. Hier gegen Nordwesten zum Gipfel.

Dremelspitze, 2733 m
Die Dremelspitze ist wirklich eine der formschönsten und elegantesten Gipfel der Lechtaler Alpen. Sie besitzt scharfe fast 300 Meter hohe Grate nach Westen und Osten, und bis zu 630 Meter hohe Wandabstürze nach Norden und Süden.
Südwestflanke, Normalweg
II, die Routenführung ist zwar markiert aber an manchen Stellen nicht einfach zu finden. Für Unerfahrene dringend zu widerraten. Man benötigt Kletterfertigkeit, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Viel unsicheres Geröll!
Zugang: Der Eistieg befindet sich an der Vorderen Dremelscharte (2434 m). Je 1,5 Std. von Hanauer Hütte bzw. Steinseehütte.
Route: Auf der Nordseite des unersteiglichen W-Grat-ansatzes zieht eine breite Schuttrinne gipfelwärts. Durch sie hinauf in ein Schartl des Westgrats und jenseits einige Schritte hinab auf die Steinkarseite, wo ein geröllbedecktes den Aufstieg durch die stark gegliederte SW-Flanke über ein System von Rinnen, Bändern, Schuttflecken und Steilstufen eröffnet. Stets an die roten Markierungen halten! Vorsicht Steinschlaggefahr!
Neben diesem Normalanstieg gibt es sehr viel lohnende Klettereien an der Dremelspitze, die im Gebietsführer ausgezeichnet beschrieben sind.

Steinkarspitze, 2650 m
Bei diesem Berg handelt es sich um einen Gipfel, der nach Süden und Osten mit gewaltigen Wänden abbricht und dessen aus Geröllfeldern bestehende Nordflanke bis hart an den Verbindungsgrat zum Hintergufelkopf hinaufreicht.
Im Winter als Skitour möglich!
Leichtester Zustieg
Von Südosten, I, 1,5 Std. ab Steinkar oder Parzinnscharte
Aus dem Steinkar durch eine nördlich der steinkarspitze herabführende, breite Geröllrinne und - nach Überschreitung der Kammhöhe zwischen südwestlichem Parzinnturm und Steinkarspitze - mit anschließender Querung in die Geröllhalden. Den gleichen Weg wählt der von der Parzinnscharte Kommende, nachdem er nördlich unter den beiden Parzinntürmen durchgewechselt ist.

Parzinnspitze, 2613 m
Die Parzinnspitze liegt auf einem Seitengrat, der im gipfel des NO-Parzinnturms zum Gufelseejöchl führt. Neben der Roggspitze ist die Parzinnspitze dank ihrem steilen Aufbau und ihrem meist festen und kompakten Fels der bei Kletterern wohl beliebteste Gipfel der Lechtaler Alpen. :-) :-)
Südgrat
III- und II, 1 Std.
Zustieg: Ab der Hanauer Hütte auf Steigspuren zur Nördlichen Parzinnscharte (2504 m), die man auch bequemer aber länger über das Gufelseejöchl (2373 m) - die Parzinnspitze westlich umgehend - erreicht. ab Steinseehütte durchs Steinkar ins Schartl westlich des Spiehlerturmsund den NO-Parzinnturm umgehend in die Parzinnscharte.
Route: Auf der Schneide des S-Grates empor zu einigen Zacken, die Ausweichen nach Westen veranlassen. In der Westflanke über Wandstufen und durch Risse hinauf, bis man den Südgrat oberhalb der ungangbaren Stellen wieder erreicht. Auf diesem bis zum Gipfel
Variante: Leichter aber nicht ganz so schön. II. 1 Std. Route: Man bleibt weiter in der Westflanke, bis man zu einer breiten, steilen Schuttrinne gelangt. Durch diese aufwärts bis nahe an den Südgrat, dann links, eine Felsrippe umgehend, über Schutt zum Gipfel.
Südostwand
III und II, 1 Std. vom Einstieg
Zugang: Von der Hanauer Hütte auf den zur Nördlichen Parzinnscharte führenden Steigspuren, bis man rechts zur Gipfelflanke abzweigt. Dort befindet sich der Einstieg.
Route: Links der Flanke beginnt eine Rinne, die man bis zur Wandhälfte durchsteigt. Bei gelbgeflecktem Gestein leiten gutgestufte Felsen bergauf. Im oberen Teil hält man sich rechst und gelangt zur Spitze.
Neben diesen Anstiegen gibt es noch viele schöne Klettereien ab dem III bis VI Schwierigkeitsgrad an der Parzinnspitze, die alle sehr gut im Gebietsführer beschrieben sind.

Spiehlerturm, 2550 m
Ein netter als Kletterberg beliebter Hauptdolomitzacken ohne touristischer Bedeutung. Vom NO-Parzinnturm durch die westliche Spiehlerturmscharte getrennt.
Westwand, III+, Wandhöhe 80 m, 0,5 Std.
Ostgipfel Südverschneidung, IV und III, Wandhöhe 300 m, 3 bis 4 Std.

Mittelkopf, 2390 m
Dieser Gipfel ist schneller von der Steinseehütte erreichbar. Er befindet sich in westlicher Richtung der Hütte. Zwischen dem Mittelkopf und dem Ansatz des Hintergufelkopf-SO-Grats läuft ein Wanderweg hindurch (Mittelkopfscharte, 2320 m, landläufig Steinkarscharte).
Leichtester Zustieg.
aus der Mittelkopfscharte, II, 0,5 Std.
Aus der Scharte quert man, da der kurze NW-Grat des Mittelkopfes im untersten Teil ungangbar ist, fallend über ein Schartl in seine Westfalnke hinab, bis man eine zum Grat hinaufführende Rinne erreicht. Nun auf dem Grat selbst zum Gipfel.

Hanauer Spitze, 2553 m
Die Hanauer Spitze besteht aus splittrigem Hauptdolomit.
Westgrat
III und II, brüchig, 0,5 Std. vom Einstieg
Route: Aus der hinteren Dremelscharte (2470 m), über den kurzen, enorm brüchigen Grat, im wesentlichen der Gratschneide folgend.
Von Osten
I, 2,5 Std. ab der Hanauer Hütte, Mühsam (viel Schotter), aber unschwierig
Zugang: Man gelangt zum Einstieg, indem man im Großkar vom steinsee oder von der Hanauer Hütte her entweder mühsam über die Großkarscharte oder sehr schön über die Verborgene Gratscharte aufsteigt.
Route: Man geht aus dem Großkar über begrünte Schrofen und Geröll zum Gipfel empor.




Landkarte Hanauer Hütte
(Landkarte Hanauer Hütte)



Literaturhinweis
Die von mir verwendete Literatur
Lechtaler Alpen, Alpenverein-Gebietsführer
Kompass Karte, Lechtaler Alpen





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